Betroffene, die eine Immuntherapie mit monoklonalen Antikörperinfusionen ( Tysabri®, Mabthera ®, Lemtrada®) zur Behandlung der Multiplen Sklerose erhalten, telefonierten alle Neurologen und Neurologischen Kliniken in Hannover und der Region Hannover ab, um zu erfahren, wo sie zukünftig ihre intravenösen Immuntherapien bekommen können. Bis auf die Neurologische Klinik des Henriettenstiftes in Hannover haben sämtliche Krankenhäuser und Praxen die Fortführung der immuntherapeutischen Infusionsbehandlungen abgelehnt.
Neurologische Praxen verfügen in der Regel nicht über die zur Behandlung mit intravenösen Immuntherapeutika erforderliche Praxis-und Personalausstattung sowie die spezielle fachliche Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit diesen Medikamenten. Die Durchführung der MS-Infusionsbehandlungen stellt aktuell bei der unzureichenden finanziellen Abbildung der speziellen zeit-, raum- und personalintensiven Leistungen im Leistungskatalog eine hohe finanzielle Belastung der Praxen dar, mit der Konsequenz, dass fast alle Einrichtungen und Praxen diese immuntherapeutischen Behandlungen nicht anbieten. Das Problem der Versorgung dieser MS-Patientinnen und Patienten ist somit nach wie vor ungelöst.

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