Das soziale Wohnprojekt mit elf Wohnungen im Stadtgebiet Hannover bietet HIV-infizierten oder an Aids erkrankten Menschen in ungesicherten Wohnverhältnissen, die Chance ihre aktuelle Lebenssituation zu verbessern und zu stabilisieren. SIDA e.V. unterstützt bei Bedarf die Bewohner_innen durch Beratung, Betreuung und medizinisch-pflegerische Versorgung. So kann ein selbstbestimmtes Leben trotz körperlicher, seelischer oder geistiger Einschränkungen im eigenen Zuhause möglich sein.

 

Unsere Idee und unser Ziel:

Benachteiligten Betroffenen will SIDA eine Wohnmöglichkeit anbieten. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen, Suchterkrankung und Therapie sollen sie den Alltag nach eigenen Vorstellungen so lange wie möglich selbstbestimmen. Die Bewohner_innen werden unterstützt, ihre aktuelle Lebenssituation selbst zu verbessern, um auf Dauer eine Stabilisierung ihrer Gesundheit zu erreichen.

Matthäus Windhausen / unsplash.com (CC0 1.0)

Seit wann gibt es das Wohnprojekt?

SIDA wurde als Spezialpflegedienst schon früh mit der Versorgung von Menschen mit HIV/Aids in ungesicherten Wohnverhältnissen konfrontiert und wiederholt wurden auch Anfragen zwecks adäquater Unterbringung der Betroffenen an den Verein herangetragen. So entstand 1994 die Idee des Projektes „Auffangwohnung für Menschen mit HIV und Aids“ und startete im selben Jahr mit zwei Wohnungen.

2012 bekam das Projekt den Namen „Shorty – Ambulantes Einzelwohnen“ und wurde auf aktuell elf zum Teil barrierefreie Ein- und Zweizimmerwohnungen im Stadtgebiet Hannover erweitert.

Wer war Shorty?

Shorty, so der Spitzname des ehemaligen Gründungsmitgliedes und Mitarbeiters von SIDA e.V., war selbst an HIV erkrankt und daran verstorben. Sein Wunsch war es, in einer Wohnung selbstbestimmt zu leben und gepflegt zu werden, so lange er wollte und konnte. Ihm war es wichtig, stets ohne Vorurteile alle Lebenswelten zu akzeptieren und setzte sich für Unterstützung der Menschen mit HIV und Aids ein. Während seiner eigenen Aids-Erkrankung haben seine damaligen Kolleg­_innen ihm seinen Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und Sterben in der eigenen Wohnung ermöglicht.

Seine Vision des selbstbestimmten Lebens bis zum Schluss, lebt im Wohnprojekt von SIDA weiter.

Für wen ist dieses Wohnprojekt?

Das Wohnprojekt richtet sich ausschließlich an HIV-infizierte oder an Aids erkrankte Menschen mit oder ohne Versorgungsbedarf (zum Beispiel Pflege, Betreuung). Die Vermietung erfolgt nur an Einzelpersonen, die eigenständig leben können.

Was ist das Besondere an dem Projekt?

  • Ein Wohnangebot für benachteiligte Menschen mit HIV/Aids.
  • Trotz körperlicher und psychischer Einschränkungen führen die Bewohner_innen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung.
  • Die Angebote der Pflege, Beratung oder Versorgung sind freiwillig. Eine Koppelung von Mietvertrag, der Sozialarbeit oder der medizinischen oder pflegerischen Versorgung gibt es nicht.
  • Die Wohndauer ist grundsätzlich unbegrenzt.
  • Das Wohnprojekt finanziert sich nicht kostendeckend über die Mieteinnahmen und ist somit auf Spenden und finanzielle Unterstützung angewiesen.
  • Kein betreutes Wohnen im Sinne von § 53 ff. SGB XII.

Welche Unterstützung bietet SIDA noch?

Die Bewohner_innen können die Angebote der Sozialarbeit im Kontext HIV und Aids in Anspruch nehmen. Dazu zählen beispielsweise

  • Information und Beratung zu HIV und Aids,
  • Beratung und Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen,
  • Betreuung und psychosoziale Alltagsbegleitung,
  • Psychosoziale Betreuung (PSB) im Rahmen der Substitutionsbehandlung.

Ebenso kann bei Bedarf sowohl hochqualifizierte häusliche Krankenpflege als auch hauswirtschaftliche Versorgung organisiert und vermittelt werden.

Jürgen Heyer, Dipl. Sozialpädagoge/-arbeiter

juergen.heyer@sida-hannover.de

Tel. 0511/2124136-2